Canon EOS M50, ich hab’s wirklich getan!



Schon seit einiger Zeit suchte ich nach einer „Immerdabei-Kamera“. Mit der EOS M50 bin ich jetzt in das spiegellose Zeitalter eingestiegen und das gleich im Urlaub!

Eigentlich wollte ich es ja für mich behalten, aber zu gerne wüsste ich, ob jemand gemerkt hat, dass der letzte Blogbeitrag über unsere Ferien in der Normandie, ausschliesslich mit der spiegellosen APS-C Kamera EOS M50 fotografiert wurde.

Der Mont Saint-Michel nach Sonnenuntergang, freihändig

Das kam so; Etwa seit 1980(! echt) habe ich keine Ferien gemacht, ohne nicht mindestens eine Vollformat-Spiegelreflexkamera (nur nannte man die damals noch nicht so) mit mir herumzutragen. Ich schreckte nicht einmal vor Familienferien mit der 6×6 Mittelformat zurück. Tja, man wird ja auch nicht jünger und so stellte ich gewisse Sachen in Frage. Da ich für Städtereisen, Ausflüge oder lange Wanderungen mit viel Gepäck, schon länger nach einer Möglichkeit der Gewichtseinsparung suchte, ergriff ich eine günstige Gelegenheit, mir die Canon EOS M50 zu kaufen. Auf Grund von Gerüchte-Seiten im Internet war mir bewusst, dass Nikon und Canon mit ihren spiegellosen Vollformat-Neuheiten am Start standen, aber ich glaubte nicht, dass diese eine markante Grössen und Gewichtsreduktion zu meinen SLRs bringen würden. Ich setzte sogar die „Canon-Brille“ ab und zog die Fuji-X Familie in Erwägung. Auch ich war dem sexy Look der X100F oder der X-E3 erlegen, aber bei jedem testweisen „durch den Sucher blicken“ klemmte ich mir irgendwie ein Auge ein und ich wurde nicht richtig warm beim Gedanken, auf den Autofokus warten zu müssen. Liebe Fujianer nehmt es mir nicht übel, Ihr habt wirklich wunderbare Kameras und zu Eurer Genugtuung, auch ich musste mich nach meiner Kaufentscheidung mächtig umgewöhnen. So hatte ich dann plötzlich eine EOS M50 mit dem 15-45mm Kitobjektiv und einen EF-Adapter. Ein (umgerechnetes) 24-70mm und wenn nötig der Adapter für etwas längeres. Meine ersten Tests verliefen sehr zufriedenstellend und in einem weiteren Beitrag werde ich noch auf Details eingehen.

Etwas wie Strassenfotografie

Aus Freude am Spass

Alleine der Grössenunterschied ist gewaltig, vom Gewicht ganz zu schweigen

Dann standen plötzlich diese Ferien an und ich musste mich entscheiden, was ich denn nun packe! Ich glaube meine Familie hat vor diesen Ferien mehr unter mir gelitten als ich je beim Ausrüstung schleppen während aller Ferien gelitten hatte ;-) ! Werde ich das 70-200mm vermissen? Mein 16-35mm ist halt schon brutal cool! Was, wenn ich mal mehr als 800ISO brauche? Fast hätte ich schlaflose Nächte verbracht, ob der Entscheidung, welche Ausrüstung denn mitkommen darf!
Die Neugierde obsiegte (oder war’s vielleicht die Bequemlichkeit?) und ich ergänzte das Mini-Kit nur noch mit dem 100mm Makro, das dank Crop-Faktor zum 160er mutiert und den Telebereich abdecken sollte.

Und dann?

Ja dann genoss ich jeden einzelnen Ferientag! Ich löste in 11 Tagen über 900 Mal aus und hatte jede Menge Spass dabei. Auch wenn ich mir sicher bin, dass ich einige Bildideen mit der grossen Ausrüstung anders und vielleicht sogar besser umgesetzt hätte, wirklich gefehlt hat mir eigentlich nichts. Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass wir zu zweien unterwegs waren und ich mir nie die Zeit nahm, welche ich alleine zum Fotografieren aufgewendet hätte (meine Frau beteuert seit ewigen Zeiten, es mache ihr nichts aus zu warten und ich glaube ihr das, aber trotzdem kann ich mich nur alleine komplett auf die Bilder vor mir einlassen). Ich ertappte mich sogar dabei, wie ich Fotografen mit grossen Fotorucksäcken, Stativen und zwei Gehäusen um den Hals, bemitleidete.

Fenster der Kathedrale von Reims mit 8000ISO!

Und jetzt zuhause?

Bereue ich, es getan zu haben? Nein! Ich bin immer noch beeindruckt, wie scharf das doch sehr preiswerte 15-45mm ist! Und auch die markante kissenförmige Verzerrung korrigierte Lightroom mittels Profil aus dem RAW-Bild heraus. Sogar Innenaufnahmen der riesigen Kathedralen in Reims und Bayeux sind mit 1600 bis sogar 8000ISO brauchbar (was andernfalls auch nicht schlimm gewesen wäre).

Wenn 15mm zu lang waren,schwenkte ich zwischen 2 Aufnahmen freihändig und setzte sie in Lightroom zusammen.

Bei Wind war ich sehr froh, dass das 100mm einen IS hat und weil nur der APS-C Ausschnitt des Bildkreises verwendet wurde, schon weit geöffnet, bis in die Ecken scharf ist. Nur die Sucher-Wasserwaage meiner EOS 5DsR hat mir gefehlt. So lief der Atlantik gelegentlich etwas aus ;-) aber mit 24MP lässt er sich der Horizont nachträglich begradigen und es bleibt immer noch ziemlich viel Information übrig.

Mit dem 100er Makro aufgenommen und…

…ungeschärfter 100% Ausschnitt darunter